Frauen und Finanzen: Wichtige Gründe für die Unsicherheit
Vor kurzem bin ich auf einen Artikel der Tagesschau gestoßen, der mich nicht mehr losgelassen hat. Demnach machen sich 47 % der Frauen große oder sehr große Sorgen um ihre Altersvorsorge, bei den Männern sind es 35 % [1]. Für mich sind die Zahlen nicht überraschend und ich kenne das Gefühl, das dahintersteckt.
Die Zahlen sind kein Zufall
Knapp 45 % der Frauen nennen fehlendes Geld als größte Hürde beim Vorsorgen. Gut jede Vierte hat nach allen regelmäßigen Ausgaben monatlich weniger als 50 Euro oder gar nichts übrig. [1]
Woran liegt das? Ein Teil der Antwort steckt in der Arbeitszeit. 2025 arbeiteten Männer im Schnitt gut 34 Stunden pro Woche bezahlt, Frauen knapp 28 Stunden. [1] Gleichzeitig leisten Frauen in Deutschland jedes Jahr rund 72 Milliarden Stunden unbezahlte Care-Arbeit. [2] Diese Arbeit ist so wertvoll und wichtig, taucht aber in keinem Gehaltszettel auf und später auch nicht in der Rente.
Warum mich das persönlich betrifft
Schwangerschaften, Studium, Referendariat mit Kind, Erziehungszeit, Teilzeit: Ich habe finanziell sensible Phasen erlebt und – wie viele Mütter mit Kindergarten- oder Schulkindern – befinde ich mich noch immer mittendrin.
Finanzielle Abhängigkeiten entstehen oftmals nicht aus böser Absicht, sondern schleichend – durch Zeitmangel oder weil einfach niemand darüber gesprochen hat. Für mich bedeutet Transparenz in einer Partnerschaft auch, dass beide wissen, wie es um das gemeinsame Geld steht. Eine Beziehung auf Augenhöhe braucht Vorsorge, die nicht an eine:n Partner:in gebunden ist.
Das Problem ist nicht nur Wissen, sondern Zugang
Finanztip-Geschäftsführerin Mirjam Mohr bringt es treffend auf den Punkt: „Frauen brauchen keine anderen Finanzprodukte. Aber sie wünschen sich eine verständliche Orientierung, die ihre eigene Lebenssituation berücksichtigt – etwa Elternzeit, Teilzeit oder die eigene Altersvorsorge“ [1]
Genau daran fehlt es oft: an verständlichen Erklärungen, an Schritt-für-Schritt-Orientierung und an dem Gefühl, dass Finanzen überhaupt etwas für einen sind. Viele Frauen trauen sich nicht nachzufragen. Das ist kein Mangel an Intelligenz, sondern das Ergebnis von Strukturen, die Finanzwissen lange als Männerthema behandelt haben.
Ich bin der Auffassung, dass man Vorsorge nicht lernt, indem man Fertigrezepte konsumiert. Vielmehr braucht es den Blick auf die eigene Situation, um Entscheidungen zu treffen, die zum eigenen Leben passen. Ich entwickle aktuell Material, das genau dabei helfen soll: Orientierung geben, ohne vorzugeben, was richtig ist.
Gleichzeitig arbeite ich an einer Kompaktversion meines Workshops zur finanziellen Selbstfürsorge. Sie soll in kürzerer Zeit eine stabile Basis schaffen und dich mit begleitendem Material ausstatten, damit du individuell weiterarbeiten kannst.
Ein erster Schritt für dich
Du musst nicht bis zum Workshop warten. Nimm dir zehn Minuten und schreibe drei Zahlen auf:
- Was kommt monatlich netto auf dein Konto?
- Was geht jeden Monat fest raus, was bleibt übrig?
- Wofür gibst du regelmäßig „nebenbei“ Geld aus?
Die dritte Frage zielt nicht darauf ab, in Zukunft möglichst wenig nebenbei auszugeben oder sich maximal einzuschränken. Ich liebe beispielsweise den Kaffee unterwegs und könnte hier definitiv sparen. Aber ich möchte nicht. Mir geht es lediglich darum, diese kleinen, manchmal versteckten Ausgaben sichtbar zu machen. Anschließend steht es jedem und jeder frei zu entscheiden, wo Geld ausgegeben, wo gespart und wo investiert werden soll.
Genau hier finden wir Selbstbestimmung: Kenne deine Situation und entscheide bewusst.
Wenn du magst, kannst du noch eine weitere Frage für dich beantworten: „Wenn ich in fünf Jahren finanziell unabhängiger sein möchte, was müsste ich heute anders machen?“
Schon diese einfache Übung kann zeigen, wo du Spielraum hast, wo du dich möglicherweise unnötig unter Druck setzt und worauf du nicht verzichten möchtest.
Du möchtest weitermachen?
Du kannst FinanzFacetten als Buch lesen oder an einem Workshop teilnehmen. Wenn du mit vier bis acht Frauen aus deinem Umfeld zusammenkommst, schaffen wir gemeinsam einen entspannten Rahmen, in dem alle Fragen Platz haben. Schreib mir einfach eine unverbindliche Anfrage.
Und jetzt interessiert mich etwas von dir: Welche Frage zu deinen Finanzen beschäftigt dich gerade am meisten? Schreib sie mir gerne per Nachricht. Damit hilfst du mir, das Material so zu gestalten, dass es wirklich weiterhilft.
Quellen:
[1] Frauen fühlen sich finanziell unsicherer – Tagesschau
[2] Studie zu ökonomischer Gleichstellung – Prognos im Auftrag des Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
